Die wichtigsten DNS-Records, Zeile für Zeile erklärt
A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS – wer einmal versteht, was jeder Eintrag tut, verliert die Angst vor der Zonendatei. Mit Beispielzeilen zum Nachvollziehen.
Eine Domain allein tut nichts. Sie ist ein Name in einem Verzeichnis, und erst die DNS-Einträge dahinter sagen der Welt, wohin ein Besucher gehen soll, welcher Server die Post annimmt und wer überhaupt zuständig ist. Die Oberfläche beim Anbieter versteckt diese Einträge oft hinter Assistenten – aber wer die darunterliegenden Record-Typen kennt, löst Probleme in Minuten statt in Support-Tickets.
Ein DNS-Eintrag hat fast immer dieselbe Form: ein Name, ein Typ, ein Wert und eine Gültigkeitsdauer. So sieht eine typische Zone aus:
example.de. 3600 IN A 203.0.113.10
example.de. 3600 IN AAAA 2001:db8::10
www.example.de. 3600 IN CNAME example.de.
example.de. 3600 IN MX 10 mail.example.de.
example.de. 3600 IN TXT "v=spf1 include:_spf.example.net -all"
example.de. 86400 IN NS ns1.example-dns.de.
A und AAAA – wohin der Browser geht
Der A-Record verknüpft einen Namen mit einer IPv4-Adresse. Tippt jemand Ihre Domain ein, fragt sein Rechner nach dem A-Record und bekommt die Adresse des Servers zurück, der die Website ausliefert. Der AAAA-Record macht dasselbe für IPv6 – die neuere, längere Adressform. Modern aufgesetzte Seiten haben beides; fehlt der AAAA-Record, erreichen reine IPv6-Clients die Seite über Umwege.
CNAME – der Verweis auf einen anderen Namen
Ein CNAME zeigt nicht auf eine IP, sondern auf einen anderen Namen. Im Beispiel verweist www.example.de auf example.de. Ändert sich die Server-IP, pflegen Sie sie nur einmal am A-Record – der CNAME folgt automatisch. Eine Regel ist dabei hart: Auf der sogenannten Domain-Wurzel (dem nackten example.de ohne www) darf kein CNAME stehen, wenn dort auch andere Einträge wie MX liegen. Dafür gibt es bei vielen Anbietern eigene Ersatzmechanismen.
MX – wohin die E-Mail geht
Der MX-Record (Mail Exchanger) nennt den Server, der E-Mails für Ihre Domain annimmt. Die Zahl davor (10 im Beispiel) ist die Priorität: Je kleiner, desto bevorzugter. Mehrere MX-Einträge mit unterschiedlichen Prioritäten ergeben eine Ausfallreihenfolge. Wichtig: Website und E-Mail sind entkoppelt. Ihre Seite kann bei einem Anbieter liegen, die Mail bei einem anderen – der MX regelt nur Letzteres.
TXT – die Zeile für Vertrauen
Der TXT-Record speichert freien Text, und genau darüber laufen heute die drei Mechanismen, die verhindern, dass fremde den Absender fälschen:
- SPF listet in einer TXT-Zeile (
v=spf1 …), welche Server im Namen Ihrer Domain senden dürfen. - DKIM hinterlegt einen öffentlichen Schlüssel, mit dem Empfänger die Signatur Ihrer ausgehenden Mails prüfen.
- DMARC liegt unter
_dmarc.example.deund sagt dem Empfänger, was bei einem Fehlschlag passieren soll – ablehnen, markieren oder nur melden:
_dmarc.example.de. 3600 IN TXT "v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:[email protected]"
Ohne diese drei Einträge landet Ihre geschäftliche Post schnell im Spam-Ordner der Empfänger.
NS und TTL – Zuständigkeit und Tempo
Der NS-Record nennt die Nameserver, die autoritativ für Ihre Zone antworten. Hier entscheidet sich, wer die Einträge überhaupt verwaltet – bei einem Anbieterwechsel ist das der erste Hebel.
Die Zahl in jeder Zeile ist die TTL (Time to Live) in Sekunden: so lange darf ein Eintrag zwischengespeichert werden, bevor neu gefragt wird. Eine hohe TTL (etwa 86400, ein Tag) entlastet die Server und ist für stabile Einträge wie NS sinnvoll. Vor einer geplanten Änderung drehen Sie die TTL bewusst herunter – auf 300 –, damit die Umstellung schnell greift. Danach wieder hoch.
Wer diese sechs Typen einmal durchschaut hat, liest eine Zonendatei wie einen Fahrplan: Jede Zeile beantwortet eine klare Frage, und fast jedes Mailproblem lässt sich auf eine fehlende oder falsche von ihnen zurückführen.